Studierende aus Freiburg erkunden die nachhaltige Ernährungswirtschaft: Besuch beim Biomarkt Naturalia in Friesenheim

Wie kann nachhaltige Nahversorgung im ländlichen Raum gelingen? Dieser Frage gingen Studierende der Universität Freiburg bei einer Exkursion zum Biomarkt Naturalia in Friesenheim nach.

Die Professoren Jörg Lindenmeier und Arnim Wiek von der Universität Freiburg bieten jedes Sommersemester gemeinsam ein Seminar zur Nachhaltigkeit in der Ernährungswirtschaft an. Um den Studierenden einen direkten Einblick in die Praxis zu ermöglichen, umfasst das Seminar auch Exkursionen zu verschiedenen Akteuren der Ernährungswirtschaft.

Im Sommersemester 2026 führte die Exkursion nach Lahr und Friesenheim. Gemeinsam mit den Studierenden besuchten die Dozenten das Stadtmarketing Lahr, das vegetarische Restaurant Café Meinwärts in Lahr, die Solawi Friesenheim sowie den Biomarkt Naturalia in Friesenheim.

Nach einem ersten Besuch im Jahr 2024 war Naturalia erneut eine Station der Exkursion. Dort wurden die Studierenden von Irene Krieg empfangen. Der 2010 gegründete Biomarkt bietet ein breites Sortiment an Bioprodukten, Naturpflegeprodukten sowie ein kleines Café mit Mittagstisch an.

Da Bioprodukte heute zunehmend auch in Discountern erhältlich sind, stehen inhabergeführte Biomärkte unter wachsendem Wettbewerbsdruck. Um erfolgreich zu bleiben, müssen sie ihr Sortiment kontinuierlich weiterentwickeln und schnell auf veränderte Bedürfnisse von Verbraucherinnen und Verbrauchern reagieren. Aktuell bestehen beispielsweise Marktlücken im Bereich von Rohmilchprodukten und schadstofffreien Körperpflegeprodukten. Gleichzeitig erfüllen inhabergeführte Bioläden eine wichtige Funktion in der wohnortnahen Versorgung, insbesondere für ältere Menschen.

Eine Möglichkeit, wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben und gleichzeitig die lokale Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln zu stärken, stellt das Konzept des gemeinschaftsbasierten Einzelhandels dar. Irene Krieg erläuterte den Studierenden, wie sie dieses Modell in Friesenheim umgesetzt hat. Kundinnen und Kunden verpflichten sich dabei für ein Jahr zu einem monatlichen Einkaufsguthaben, das dem Markt bereits zu Beginn des Monats zur Verfügung steht. Dies erhöht die Planungs- und Finanzierungssicherheit des Unternehmens. Irene Krieg betonte, dass das Projekt erfolgreich gestartet sei, bei der Zahl der Mitglieder jedoch noch Entwicklungspotenzial bestehe.

Im Anschluss an die Begehung des Ladengeschäftes entwickelte sich eine angeregte Diskussion über die Zukunft des inhabergeführten Bioeinzelhandels und die Bedeutung gemeinschaftsbasierter Versorgungsmodelle.

Die Exkursion vermittelte den Studierenden einen praxisnahen Einblick in verschiedene innovative und nachhaltige Konzepte entlang der Wertschöpfungskette der regionalen Ernährungswirtschaft in der Oberrheinregion. Durch den direkten Austausch mit Praktikerinnen wie Irene Krieg erhielten sie Einblicke in reale Organisations- und Unternehmensstrukturen und konnten ihr Verständnis für die Zusammenhänge entlang regionaler Wertschöpfungsketten vertiefen.